Outing?!

Was ist „Outing“ überhaupt?
Outing ist, wenn Kinder, Jugendliche oder auch Erwachsene ihren Verwandten oder auch Freunden sagen, dass man Homosexuell ist oder etwas anderes. Doch es ist nicht einfach nur hingehen und sagen:“ Hey ich bin schwul/lesbisch“, es hängt so viel mehr damit zusammen.

Sich selbst zu verstehen und zu akzeptieren, ist wohl das Schwerste. Noch immer gibt es einige Menschen, die es eklig oder abstoßend finden, dass es gleichgeschlechtliche Paare gibt. Da ist es nicht einfach für ein Kind, was gerade herauszufinden versucht, wer es ist und was es fühlt. Auch ist „Schwuchtel“ immer noch ein beliebtes Schimpfwort an Schulen. Und wer will da schon schwul sein?

Sich einzugestehen, dass man es doch ist oder es zu verstehen, ist schwer. Man schaut im Internet, sucht Leute die das Gleiche fühlen oder sucht nach Erklärungen, macht dämliche Tests, ob man wirklich Homo-, Bi-, A-, Pansexuell ist. Aber am Ende kommt dann sowieso nichts Vernünftiges raus. Man ist verunsichert und gleichzeitig findet man sich damit ab. Es wird nicht viel über Sexualitäten gesprochen und man weiß nicht immer, wie die Leute in der Familie oder im Freundeskreis dazu stehen.

Irgendwann kommt man an dem Punkt an, wo man es jemanden sagen möchte. Man will sagen, dass man als Mädchen doch auf Mädchen steht oder als Junge auf Jungs. Irgendwann hat man es satt, dass alle Fragen: „ Na hast du schon einen Freund?“, obwohl man doch auf Mädchen steht.

Man denkt daran, wem man es als erstes sagen könnte. Wer würde es wohl am besten verstehen? Oder vielleicht auch, bei wem könnte ich es verkraften, wenn er mich ignoriert?

Durch kleine Andeutungen oder Fragen versucht man herauszufinden, wie die anderen dazu stehen. Es ist, als ob man unter Druck steht. Man hat das Gefühl es jemanden erzählen zu wollen, doch wenn man nicht wirklich bereit ist, ist das zu viel Druck. Erst wenn man sicher ist, ist es meistens einfacher zu den Leuten zu gehen und sich zu outen. Denn wie sollen sie jemanden mobben, wenn man sich nicht mobben lässt. Bei Freunden ist es manchmal einfacher, vor allem wenn man weiß, dass diese es besser aufnehmen als die Familie. Natürlich kann man meistens auch so besser mit Freunden reden (dies trifft nicht auf alle zu). Nicht immer läuft es gut, aber es läuft auch nicht immer schlecht. Man sollte einfach daran denken, dass man sich selber damit schon mehrerer Wochen, vielleicht auch schon Monate und Jahre beschäftigt hat, und sollte seinen Freunden wie auch der Familie Zeit lassen, dies zu verstehen.

Es kann sein, das sie Fragen haben und dann sollte man diese beantworten, denn das bedeutet, sie wollen es verstehen oder verstehen es und wollen darüber etwas wissen.

Doch am Ende wollen wir doch alle nur glücklich sein. Wir wollen alle nur jemanden finden der uns versteht und den wir lieben und der uns liebt. Da ist es doch egal, ob das ein Junge oder Mädchen ist.

(Quelle: Erfahrungen, Instagram)

 

Von Emma Karthaus, Klasse 8a, Gerhart-Hauptmann-Gymnasium Wernigerode

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