Pro oder Contra – Das ist hier die Frage

„Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“ (Antoine de Saint-Exupéry: Die Stadt in der Wüste)

Viele Jugendliche machen innerhalb ihrer Schulzeit ein Auslandsjahr. In Anlehnung an das oben genannte Zitat habe ich eine 27-jährige Psychologin interviewt, die von dem Auslandsaufenthalt in der USA während der 11. Klasse völlig begeistert war und die Motivation dafür ebenfalls durch den Kontakt zu einem erfahrenen ehemaligen Austauschschüler gewonnen hatte – hier die wichtigsten Ausschnitte aus dem Interview.

Johanna: Was hat dich dazu bewegt, ein Auslandsjahr zu machen?
Psychologin: Ein Mädchen, die eine Jahrgangsstufe über mir war, hatte von ihren tollen Erfahrungen innerhalb des Auslandjahres erzählt und ich habe mich von dieser Idee anstecken lassen. Gerade zu diesem Zeitpunkt fand an meinem Gymnasium eine Infoveranstaltung von entsprechenden Organisationen statt, die ich mit meinen Eltern besuchte. Dort traf ich viele begeisterte coole Leute, die mir von ihrem Aufenthalt erzählten, von dem sie menschlich und sprachlich enorm profitiert hatten. Dieser direkte Kontakt ermutigte und überzeugte mich, auch diesen Weg einzuschlagen.

Johanna: An wen sollte man sich wenden, um den Aufenthalt so gut wie möglich vorzubereiten?
Psychologin: Mir hat diese Informationsveranstaltung am besten geholfen, die verschiedenen Organisationen kennen zu lernen und im direkten Kontakt die für mich passende herauszufinden. Diese Organisationen helfen einem dann auch, die vielen anstehenden Vorbereitungen zu managen und auch entsprechend meinen Interessen, eine passende Gastfamilie für mich zu finden.

Johanna: War es schwer, sich in der neuen Schule zurechtzufinden?
Psychologin: Vor Ort gibt es Vertreter der Organisationen, die mir bei Problemen geholfen haben. Doch aller Anfang ist schwer. Die Schulen in der USA sind zum Teil viel größer als in Deutschland und es gibt keine direkten Klassen, sondern ein Kurssystem. Unter anderem gibt es auch noch deutlich mehr Fächer als bei uns.

Johanna: Wie lief es mit der Verständigung?
Psychologin: In den ersten Wochen war es schon recht schwer, aber die Kontakte in der Gastfamilie halfen mir sehr. Aber es wurde dann von Woche zu Woche besser.

Johanna: War es schwer, deine Freunde und deine Familie zu verlassen?
Psychologin: Es war sehr schwierig, doch meine Gastfamilie und die Kontakte durch die Organisation zu anderen deutschen Austauschschülern vor Ort haben mir sehr geholfen. Dennoch hatte ich großes Heimweh, doch das gehört einfach dazu.

Johanna: Muss man eine Schuluniform tragen?
Psychologin: Es kommt natürlich auf das Land und die Schule an, doch bei uns gab es keine Schuluniform, sondern so eine Art „Dresscode“. Man durfte zum Beispiel keine zu weiten Ausschnitte oder zu kurze Röcke tragen. Es gab sogar eine Aufsicht, die das kontrollierte.

Johanna: Was ist dein Fazit darüber?
Psychologin: Es war ein sehr schönes und aufschlussreiches Jahr mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen. Die gewonnenen Sprachkenntnisse haben mir schon oft geholfen. Den „Blick über den Tellerrand“ kann ich weiter empfehlen.

Nach diesem ermutigenden Interview habe ich große Lust bekommen, dass „Meer“ zu entdecken…

Von Johanna Krusche, Klasse 8d,  Gymnasium Stadtfeld, Wernigerode