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Die Zeit der Schreibmaschine ist schon längst vergangen, doch wenige Person nutzen sie noch und schätzen die Nostalgie. So auch Konstantin Sohl aus der Klasse 8a des Gerhart-Hauptmann-Gymnasiums in Wernigerode.

In den Jahren und Jahrzehnten nach dem Populärwerden des Heimcomputers und dem Voranschreiten der Smarttechnology ist das Interesse an der Schreibmaschine, zumindest soweit ich das beurteilen kann, stark zurückgegangen. Natürlich ist sie als Schreibgerät im Vergleich zu einem iPad oder Computer unkomfortabel und veraltet. Das Gewicht, die Größe und die Tatsache, dass Schreibfehler unverzeihlich sind, machen sie zu einem scheinbar unpraktischen Gerät. Trotzdem möchte ich im folgendem erläutern, weshalb für mich und viele andere Schreibmaschinen heute immer noch besonders sind.

Es gab viele Varianten, wie eine Schreibmaschine zusammengesetzt sein kann. Wohl am bekanntesten ist das Wagnergetriebe, bestehend aus den Tasten, die an Hebeln angebracht sind. Diese Hebel sind mit einem Zwischengelenk verbunden, welches auch an den Typenträgern, den Lettern, befestigt ist. Drückt man nun auf eine Taste bewegt das Zwischengelenk den Typenträger nach oben, sodass er auf ein Farbband trifft und auf, über eine Walze eingespanntes Papier das gewünschte Zeichen druckt. Diese Technik bietet zwei Reize.

  1. Ich kann, wenn ich schreibe, genau nachvollziehen, was passiert und wie es passiert.
  2. Es erzeugt diesen genial ikonischen Klang des Schreibmaschineschreibens bestehend aus dem Aufprall der Typenträger, dem klingelnden Geräusch am Ende der Zeile und dem Drehen Walze.

Schreibmaschinentexte haben ein, wie ich finde, sehr nüchternes und charakteristisches Aussehen und sie verblassen auch nach Jahren nicht. So kann man sehr leicht erkennen, wenn der Autor eines Textes einen Fehler korrigierte. Also stellen Schreibmaschinen auch ein gutes Instrument dar, um seine Rechtschreibung zu optimieren. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Tatsache, dass man, um sichtbar zu schreiben, einen größeren Druck auf die Tasten ausüben muss. Somit schreibe ich meine Texte bewusster und kann mich, wenn ich einen Text lese, der schon etwas älter ist, genau daran erinnern, was ich mir bei dem Text gedacht habe und wie ich ihn damals schrieb.

Viele Menschen werden auch heute noch von Schreibmaschinen zur Kreativität angeregt. So schaffen es manche, mit ihnen zu malen. Andere nutzen sie als Musikinstrument wie Leroy Anderson bei „The Typewriter“ oder Rolf Liebermann bei „Symphonie Les Echange“. Ein weiteres Beispiel ist die Schreibmaschinenkunst von Ruth Wolf-Rehfeldt. Sie bildet Formen aus Wörtern und mischt diese beiden Medien, um so einen bestimmten Gedanken zu erzeugen, der vom Betrachter aufgegriffen und vollendet werden kann.
Die Schreibmaschine fasziniert mich also nicht nur als das, was sie für mich ist, nämlich ein ikonisches Schreibinstrument, sondern auch als das, was andere in ihr sehen. Sei es nun ein Musikinstrument oder ein Werkzeug der Kunst.

 

Von Konstantin Sohl
Klasse: 8a
Gerhart-Hauptmann-Gymnasium Wernigerode