Schüler des Hegel-Gymnasiums erkunden das Abwasserpumpwerk Nord

Im Rahmen des SchmaZ-Projektes der Volksstimme bekamen die Schüler eine exklusive Führung durch das Abwasserpumpwerk Nord | Schüler der Klasse 8/2 des Hegel-Gymnasiums nahmen am 9.03.2017 an einer Führung durch die gesamte Anlage des Abwasserpumpwerks Nord teil. Herr Hauptmann und Herr Förster von den Städtischen Werken Magdeburg boten uns beeindruckende und lehrreiche Eindrücke.

Wir erfuhren, dass es ca. 100 weitere kleine und große Abwasserpumpwerke rund um Magdeburg gibt. Das Werk im Stadtbezirk Nord ist das größte in der Umgebung. Unser Weg durch das Objekt beginnt mit einer kurzen Einweisung bezüglich der Sicherheit. Über die steilen, rutschigen Stufen erreichen wir den Sammelraum, der im Erdreich höchst liegende Raum. Der Sammelraum kann durch den Gitterfußboden beobachtet werden. Dort ist zu sehen, wie die gröbsten Unreinheiten herausgefiltert werden. Ein Rechen säubert das Wasser und leitet die Gegenstände in eine Spirale zur Entsorgung. Hier war die Geruchsbelästigung am größten. Wir inspizieren den Schaltraum, das Herzstück des Betriebssystems. Das imposante Gebilde aus Kabeln, Monitoren und bunten Leuchten, hinterließ einen hoch komplexen Eindruck. Von diesem Raum aus konnte die Anlage sowohl manuell, als auch automatisch bedient werden. Der tiefste Punkt des Pumpwerks befindet sich fast 21 Meter unter der Erdoberfläche im großen Maschinenraum, wo  vier Pumpen, zwei kleine und zwei große, für mehr Pumpkraft in regnerischen Zeiten und auch bei Hochwasser sorgen. Wenn die Kreiselpumpen das Abwasser bis nach Gerwisch befördern, wird es dröhnend laut. Vom Maschinenraum aus, führt eine Leiter nach unten in den sogenannten Rohrkeller. Im Keller sieht man die vier mächtigen Leitungen, in Form von großen Rohren. Der Anfang des 630 Meter langen Tunnels befindet sich ebenfalls in dem Abteil des Bauwerks. Der Tunnel wurde 1995 aus Rohren, die mit Hydraulikstempeln zusammengepresst wurden, erbaut. Im Gang befinden sich eine rote Leine, die bei Betätigung im Notfall sofort einen Großeinsatz der Feuerwehr auslöst, Druckleitungen, Kabelbahnen und eine Notversorgung für das Klärwerk Gerwisch mit zehntausend Volt. Der Tunnel führt unter dem Schiffshebewerk Rothensee und der Stromelbe hindurch und endet schließlich an einem Häuschen, von dem man über eine Leiter nach draußen gelangen konnte. Es befindet sich inmitten eines Überflutungsgebietes und bietet einen schönen Ausblick auf die Elbe. Auf dem Rückweg durch die weitläufige Anlage kamen wir am Generator vorbei. Der Notfallgenerator dient zur Versorgung des Abwasserpumpwerks im Falle eines Stromausfalls. Der Generator wird mit Diesel angetrieben, jedoch würde er fast nie gebraucht. Die meisten Schüler waren froh, als sie wieder frische Luft atmen konnten, verließen das Abwasserpumpwerk Nord aber mit einer überaus interessanten und lehrreichen Erfahrung. An dieser Stelle möchte ich der Volksstimme und den städtischen Werken Magdeburg, die uns dieses wunderbare Erlebnis ermöglicht haben, im Namen aller Schüler danken.

Von Niklas Olschewski, Klasse 8/2, Hegel-Gymnasium Magdeburg