Schulsozialarbeit in Sachsen – Anhalt

Im Gespräch mit der Schulsozialarbeiterin der Sekundarschule Dähre stellte Oliver Platz aus der 8b des Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasiums in Salzwedel diverse Fragen zur Schulsozialarbeit.

Sozialarbeit. Quelle: Pixabay, StartupStockPhotos

Auf die Frage was Schulsozialarbeit sei, bekam ich die Antwort, dass Schulsozialarbeit die soziale Arbeit in der Schule ist. Der Schulsozialarbeiter (kurz: SSA) ist von der Ausbildung meist ein Diplom Sozialpädagoge und unterstützt die Schule, dass heißt die Lehrkräfte, die Eltern und natürlich die Schüler bei Schwierigkeiten und Problemen. Schulsozialarbeit bietet Beratungsgespräche, tägliche Angebote zum Lernen und Hausaufgaben an und führt mit den Schülern Projekte durch.
Da der Schulsozialarbeiter in der Schule arbeitet, liegt der Gedanke nahe, dass der Schulsozialarbeiter in der Schule angestellt ist. Doch diese Behauptung stimmt nicht für Sachsen-Anhalt. Hier ist Schulsozialarbeit ein Projekt für Grund-, Förder- und Sekundarschulen. Der Schulsozialarbeiter ist nicht wie ein Lehrer beim Land Sachsen Anhalt angestellt, sondern bei einem freien Träger. Freie Träger sind gemeinnützige Vereine wie das Diakonische Werk Altmark West e.V. Der SSA ist aber täglich in der Schule und hat dort ein Büro.

Die Frage nach der Finanzierung und der Laufzeit des Projektes beantwortet der Schulsozialarbeiter wie folgt. Die Schulsozialarbeit wird finanziert durch Mittel aus dem Europäischen Sozialfond und dem Land Sachsen-Anhalt. Der freie Träger musste mit der Schule zusammen Anträge für die Durchführung an das Landesverwaltungsamt stellen. Das Projekt gibt es seit 2009 und endet am 31.07.2020. Was danach folgt, muss die Politik festlegen. Die große Frage ist hier nicht, soll es SSA an allen Schulen geben, sondern wer finanziert dies. Aus eigenem Interesse wollte ich wissen wie der SSA mit pubertierenden Schülern umgeht. Die direkte Arbeit mit den Schülern macht meist viel Freude, was nicht heißt, dass es nicht anstrengend ist. Bei pubertierenden Kinder braucht man viel Energie, Geduld und Durchsetzungskraft.
Natürlich war es auch interessant zu wissen, wie ein normaler Arbeitstag eines Schulsozialarbeiters aussieht. Der Tag ist meist breit gefächert aufgebaut und setzt sich aus Gesprächen, Vorbereitung bzw. Nachbereitung von Projekten, Projektarbeit im Unterricht, Verwaltungsarbeit und täglichen Angeboten für Schüler zusammen.
Um eine bessere Vorstellung von der Arbeit eines SSA zu bekommen, fragte ich nach Beispielen für mögliche Angebot. An der Schule in Dähre gibt es verschiedene Angebote je nach Alter der Schüler. Für die Schüler aus Klasse 5 und 6 gibt es das Angebot „Sozialpädagogische Hilfen zur Erledigung schulischer Aufgaben“. Die Schüler müssen sich für ein Halbjahr anmelden und an den gewählten Tagen kommen. Der SSA unterstützt die Schüler beim Erledigen der Hausaufgaben und beim Lernen. Das Angebot „Individuelle Lernzeiten“ ist ein Angebot für Schüler ab Klasse 7. Eine anderes Angebot zum Lernen ist das „Freie Lernen“: Hier vereinbaren die Schüler Termine mit dem SSA, an dem sie mit Unterstützung Vorträge vorbereiten können.

Schulsozialarbeit sollte eine Normalität an alle Schulen werden, denn Unterstützung im Schulalltag wird dringend benötigt. Ob dies in Naher Zukunft wirklich umgesetzt wird, ist noch fraglich und liegt in der Entscheidung der Politik.

Von Oliver Platz
Klasse: 8b
Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasium Salzwedel

Quellen: Susanne Platz