Sherlock BBC Staffel 3 – Das Ende?

Die letzte Episode der zweiten Staffel, „der Reichenbachfall“, welche am 15. Januar 2012 auf BBC erschien, ließ so einiges offen, aber brachte auch den einen oder anderen Sherlockian zum Weinen und zum Zweifeln. Ist Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch) tot? Hat Moriarty (Andrew Scott) wirklich Suizid begangen? Und was passiert mit John Watson (Martin Freeman), Mrs. Hudson (Una Stubbs), Molly Hooper (Louise Brealey), DI Lestrade (Rupert Graves), Sherlocks Bruder Mycroft (Mark Gattis)?

Die Autoren der Serie, Mark Gattis und Steven Moffat spannten uns zwei ganze weitere Jahre auf die Folter. Dann war es endlich soweit. Am 1. Januar 2014 strahlt die BBC die erste Episode der neuen dritten Staffel aus. Sie trägt den Namen „The empty hearse“ (deut. „Der leere Sarg“). Allein vom Titel kann der Zuschauer sich ableiten: Sherlock ist nicht tot. Im Gegenteil, in den ersten zwei Sekunden sieht man ihn, mit längeren Haaren, leiden. Er befindet sich irgendwo, nur nicht in London, hängt an Ketten und wird von einem Mann geschlagen. Sherlock wird von ihm auf einer fremden Sprache angeschrien und dann allein gelassen. Er ist erschöpft und fertig mit sich und der Welt. Doch, wie sollte es auch anders sein, ist sein älterer Bruder Mycroft da, um ihn zu retten.

Währenddessen hat John Watson einen vollkommenen Neuanfang gestartet. Er hat sich nicht nur einen Schnauzbart wachsen lassen, sondern eine Familie gegründet, zumindest eine Frau hat er schon. Und auch diese taucht originalgetreu in den Büchern auf. Mary Mortsan, gespielt von Freemans Lebensgefährtin Amanda Abbington.

So kommt es das Sherlock (durch Mycrofts Wissen) im selben Restaurant wie Watson und seine zukünftige Frau ist. Durch ein paar geklaute Gegenstände und Sherlocks unbestrittenem Charisma, platzt er „urplötzlich“ als Weinkellner in Watsons Heiratsantrag und kassiert direkt zwei Mal Schläge von Watson.

Erst dann geht die erste Episode richtig los. Hier lässt der Verfasser Mark Gattis gleich wieder spüren, dass Sherlock immer noch der alte ist, auch wenn Watson eine Weile braucht, um wieder hundertprozentig dabei zu sein. Im packenden Finale der Episode, merkt man, dass auch Sherlock nicht unbedingt allwissend ist. Sehr gut gelungen!

Die zweite Episode der dritten Staffel heißt im Original „The Sign of three“ und wurde erstmals auf BBC am 5. Januar 2014 ausgestrahlt. Die deutschsprachige Variante trägt den Namen „Im Zeichen der drei“ und erschien am 8. Juni desselben Jahres. Die Folge wurde von Mark Gattis und Steven Moffat verfasst. Sie lässt sich von der Original Geschichte „Im Zeichen der vier“ von Arthur Canon Doyle ableiten.

In dieser Folge geht es um die Hochzeit von Watson und seiner Frau, in der Sherlock als Trauzeuge eine traditionelle Rede halten soll. Das bereitet Sherlock natürlich einige Probleme, vor allem die erwartete Höflichkeit fällt ihm schwer. Aber dennoch schafft er es wie immer das Publikum mitzureißen.

In zahlreichen Rückblenden werden alte Fälle von Sherlock und John widergegeben. Allerdings beschränkt sich Holmes diesmal auf die ungelösten.

Ein Fall beschreibt die versuchte Ermordung eines Leibwächters der Queen, der von einem Stalker durch einen Stich in seinen Gürtel durchgeführt wird. Später stellt sich heraus, dass der Major von John Watson, James Sholto auf der Hochzeit ermordet werden soll, durch dasselbe Prinzip. Der Mörder, der Hochzeitsfotograf, wird natürlich von Holmes gefasst und von DI Lestrade, auch wenn es ihm widersträubt, verhaftet. Kurz vor dem Tanz eröffnet Holmes dem frisch gebackenen Ehepaar, dass sie nicht mehr zu zweit, sondern zu dritt sind, daher leitet sich der Titel ab. Alles in allem eine recht interessante, etwas andere Folge – nun konnte das Finale kommen.

Die letzte Episode der dritten Staffel „His last vow“ erschien am 12. Januar 2014 in England und als „Sein letzter Schwur“ am 9. Juni 2014 in Deutschland. Diese Episode wurde von Steven Moffat geschrieben und bezieht sich auf das Original Holmes Werk „Seine Abschiedsvorstellung“ (Original „His last bow.“). In der vorherigen Episode leistete Holmes den Schwur das Watson Ehepaar und ihr ungeborenes Kind zu beschützen.

Die Handlung bezieht sich hauptsächlich auf den amerikanischen Journalisten Charles Augustus Magnussen (Lars Mikkelsen) der die privaten Briefe der Lady Smallwood als Druckmittel benutzen will. Er gibt an, dass er in seinem Haus Appledoor einige geheime Magazine hat und belästigt die Lady sexuell.

Daraufhin übernimmt Holmes die Rolle des Vermittlers, wird aber schon bei seinem ersten Treffen mit Magnussen beschämt. Magnussen lässt seinen Urin wortwörtlich vor Sherlocks Kamin laufen. Auf Mycrofts Anraten, sich von Magnussen fernzuhalten, hört Sherlock wie immer nicht. Am Ende bringt Sherlock Magnussen um.

Durch eine Bekanntschaft von der Hochzeit schleust sich Sherlock in Magnussens Büro ein. Allerdings war jemand schneller als Sherlock und es ist niemand geringeres als Watsons Ehefrau. Sie tötet Sherlock fast. Während Sherlock bewusstlos daliegt, erhält der Zuschauer einen einmaligen Blick auf Sherlocks Gedächtnispalast und einen atemberaubenden Konflikt zwischen ihm und dem Moriarty in seinem Kopf. Nachdem er sich zurück ins Leben gekämpft hat, bringt er Watson nicht unbedingt schonend bei, dass seine Frau eine Attentäterin ist. Daraufhin haben die Watsons eine Ehekrise.

Das Ende wird noch von Verwirrung gespickt, als Moriarty seine Rückkehr über die Fernsehbildschrime ankündigt. Es ist anzunehmen, dass der Reichenbachfall nicht sein Ende war.

Alles in allem ist die dritte Staffel schon weitaus anders, als die anderen beiden, aber durchaus gelungen. Ich warte auf die vierte Staffel, welche zu Ostern in Deutschland erscheint und hoffe das Gattis und Moffat sich genauso ins Zeug legen.

Von Franziska Krüger, Klasse 8, Jeetzeschule Salzwedel