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Die Corona-Pandemie – mehr als ein Jahr bestimmt sie jetzt schon unseren Alltag, aber welche Belastungen haben Schülerinnen und Schüler wirklich? Ein Artikel von Liliana Rebl,
Gerhart-Hauptmann-Gymnasium Wernigerode.

Seit über einem Jahr stecken wir jetzt schon in dieser Situation und bis jetzt ist leider noch kein Ende in Sicht, eher wieder ein neuer Lockdown. Den ersten Lockdown steckten die meisten Schülerinnen und Schüler noch gut weg, denn wir alle freuten uns, einmal eine Auszeit von der Schule zu haben. Durch Lockerungen zum Beginn des Sommers schöpften alle wieder neue Kraft und es begann ein neues Schuljahr. Bis November sah dann auch noch alles sehr gut aus, der Schulalltag war ganz normal, doch dann stiegen die Zahlen wieder rapide an und man wusste als Schüler, dass nicht mehr viel Zeit bleibt, um Noten zu verbessern, da ein neuer Lockdown nicht mehr weit weg ist. Die Lehrerinnen und Lehrer versuchten mit allen Mitteln noch Klausuren und Tests zu schreiben, was dazu führte, dass man als Schüler total überfordert war und nicht mehr wusste, mit was man denn überhaupt noch anfangen sollte. Die Tests wurden immer mehr und die Anzahl der Klausuren wurde auf das Wochenlimit ausgeschöpft und so war man als Schüler total fertig, da man bis spät abends gelernt hat, um die Tests am nächsten Tag gut zu meistern. Nachdem der neue Lockdown beschlossen war, waren es noch zwei Tage, die man in der Schule verbrachte, diese dienten aber eigentlich nur dazu, um Vorbereitungen zu treffen, falls der Lockdown nach den Ferien verlängert wird. Und so kam es auch, der Lockdown wurde verlängert und so begann eine neue Phase des Homeschoolings. Durch bessere Vorbereitung war es diesmal um einiges leichter, seine Aufgaben zu bekommen und auch Videokonferenzen in verschiedenen Fächern ließen die Situation etwas wie Alltag wirken. Dennoch leiden Schülerinnen und Schüler unter der Pandemie, der psychische Druck wächst immer mehr und man denkt viel über seine Zukunft nach. Man wird geplagt von Unsicherheit und Zukunftsängsten, denn man macht sich starke Sorgen über seine Zukunft, wird man seine ganzen Klausuren unter einen Hut kriegen, oder scheitert man und die Versetzung ist gefährdet und man kann seine Ziele nicht mehr verfolgen. Es leiden immer mehr Schülerinnen und Schüler unter Depressionen, Angststörungen, Zwangsstörungen und Verhaltensstörungen, das geht auch verschiedenen Studien hervor. Auch Menschen die vorher nie mit psychischen Problemen zu kämpfen hatten sind betroffen und brauchen oftmals Behandlungen. Der Kinder- und Jugendpsychologe Prof. Dr. Julian Schmitz macht sich bei diesem Anstieg aber große Sorgen, denn es gibt nicht genug psychotherapeutische Angebote. Schon vor Corona mussten Kinder und Jugendliche monatelang auf einen Therapieplatz warten, diese Situation wird sich durch die drastische Zunahme an Erkrankungen, erheblich verschlimmern, so der Kinder- und Jugendpsychologe.

Aber auch die geltenden Kontaktbeschränkungen machen vielen Kindern und Jugendlichen zu schaffen, denn gerade kleinere Kinder brauchen einen strukturierten Alltag und wollen mit Kindern aus ihrer Kindergartengruppe oder aus der Klasse spielen. Der Austausch unter Gleichaltrigen ist für die soziale Entwicklung besonders wichtig, denn so lernen Kinder immer wieder neue Dinge. Dennoch wollen sich auch die Jugendlichen treffen, denn die Jugendzeit ist eine sehr prägende Zeit, die auch Menschen im Jugendalter genießen wollen. Durch familiäre Spannungen in den jeweiligen Familien, die durch die Unvereinbarkeit von Lehrerrolle für die Kinder zu sein und acht Stunden HomeOffice machen, auftreten. Deswegen entreißen viele Jugendliche von zu Hause und treffen sich dann mit Freunden. Die Familien stehen unter großer Spannung und schon kleinste Dinge bringen das Fass zum Überlaufen und auch die eingeschränkte Bewegungsfreiheit führt zu Konflikten, denn nicht jeder hat einen Garten und kann dort hingehen, um sich abzureagieren.

Die sozialen Entwicklungslücken werden bleiben, gerade im schulischen und psychischen Bereich, denn leider kann man einige Erkrankungen auch durch Therapien nicht heilen. Und auch die Zeit in der Schule mit Leuten aus dem gleichen Alter kann man nicht nachholen. Aber vielleicht schwächt die Welle im Sommer etwas ab und wir können wieder neue Kraft tanken und den Sommer richtig genießen.

Von Liliana Rebl
Klasse: 9b
Gerhart-Hauptmann-Gymnasium Wernigerode

 

Quellen: