Zum Inhalt springen

Ein Artikel von Pia-Feline Damrau. Im letzten Jahr am 24. November 2020, wurde in Deutschland der 14. Ernährungsbericht, in welchem auch auf Themen wie Übergewicht und Adipositas eingegangen wird, von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) veröffentlicht. Grundsätzlich erscheint dieser Bericht alle 4 Jahre und greift wiederkehrend fundamentale Themenschwerpunkte aus dem Spektrum der Ernährung auf, er bietet sowohl langfristigen Forschungsprojekten als auch Metaanalysen die Möglichkeit ihre Ergebnisse einem breiten Publikumsspektrum vorzustellen.

Der Ernährungsbericht des Jahres 2020 beschäftigte sich auch mit den Themen Übergewicht und Adipositas. Von übergewichtigen Personen spricht die DGE von einem Body-Mass-Index (BMI), hierbei handelt es sich um eine zentrale Kennziffer, die das Körpergewicht ins Verhältnis zur quadrierten Körpergröße setzt, von 25 bis 29,9. Bei einem BMI von über 29,9 spricht die DGE von adipösen, stark übergewichtigen Personen. Der 14. Ernährungsbericht präsentiert in der Gruppe der Schwangeren ein eindeutiges Bild. Während im Jahr 2007 noch 34% der Schwangeren als übergewichtig eingestuft wurden, waren dies im Jahr 2017 schon 40%. Selbige Tendenz ist bei den älteren Personen über 75 Jahren abzulesen. Hier sind fast 70% der Männer und 56% der Frauen übergewichtig, als adipös können bei den Männern noch 21% und bei den Frauen 19% eingestuft werden. Eine positive Entwicklung hat sich dagegen bei den Säuglingen eingestellt. Im Jahr 1990 wurden 1,6% der Kinder mit einem Gewicht über 4500g geboren, mittlerweile ist der prozentuale Anteil auf 1,2% gesunken.

Ein entgegen der medialen Meinung überraschendes Ergebnis, stellt sich bei den Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren ein. Hier veranschaulicht der Bericht eine stagnierende Entwicklung, sodass die Rate der übergewichtigen und adipösen Personen auf konstantem Niveau gehalten wurde. Und wie sieht die Entwicklung bei der arbeitenden Bevölkerung, also bei den Personen von 19 bis 65 Jahren aus. Auch hier deckt der Bericht eine leicht steigende Entwicklung des Anteils der übergewichtigen Personen auf, welcher sich mit zunehmenden Alter etwas dynamisiert. Mit 59% gegenüber 37% ist der Anteil der übergewichtigen Männer höher als derer bei den Frauen. Im Ländervergleich ist Mecklenburg-Vorpommern sowohl beim Anteil der adipösen Frauen als auch Männern Spitzenreiter. Zudem wird auch Schleswig-Holstein bei den Männern und Brandenburg bei den Frauen zum Spitzenreiter gezählt. Grundsätzlich gelten 23% der Männer und 24% der Frauen als adipös, somit hat sich die Verteilung gegenüber den lediglich übergewichtigen Personen umgedreht. Im Übrigen leben in Hamburg die wenigsten adipösen Personen.

Auch zu den Essgewohnheiten, welche in einem direkten Zusammenhang zur Zahl der übergewichtigen und adipösen Personen stehen, bietet der Bericht einige interessante Einblicke. So stieg der Verbrauch an Mineralwasser, Früchte-und Kräutertees sowie Gemüse an, während der Verbrauch von Alkohol abgenommen hat. Leider sank auch der Obstverbrauch der deutschen Bevölkerung. Insgesamt wertet die DGE die allgemeine Ernährungsentwicklung positiv, weist aber nochmals daraufhin, dass auf eine ausgewogene Ernährung, hierfür bietet auch die Ernährungspyramide einen guten Überblick, stets geachtet werden soll. Neben gesunder Ernährung appelliert die DGE auch an ausreichend Bewegung, dies ist die zweite Hauptursache für Übergewicht und Adipositas. Einen ersten Anhaltspunkt kann die Bewegungspyramide bieten. Ein weiterer, praktisch gut anwendbarer Anhaltspunkt ist auch das 10.000 Schritte Ziel der Weltgesundheitsorganisation, wonach empfohlen wird, dass täglich 10.000 Schritte von einer Person zu absolvieren sind. Als problematisch wertet die DGE die Entwicklung steigenden Übergewichts bei den über 75-Jährigen. Vor allem im betagten Alter fördert dies Diabetes und weitere Stoffwechselerkrankungen und kann somit auch zu einer deutlich aufwendigeren Pflege in den Senioreneinrichtungen führen. Der nächste Ernährungsbericht wird im Jahr 2024 veröffentlicht. Es bleibt abzuwarten welche Entwicklung sich bis dahin einstellt. Grundsätzlich sollten wir jedoch den Griff ins Gemüsefach häufiger dem Öffnen der Schokolade vorziehen!

Von Pia-Feline Damrau
Klasse: 9b
Gerhart-Hauptmann-Gymnasium Wernigerode

 

Quellen: