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Streik statt Schule – Was halten Schönebecker Schüler und Lehrer davon?

Schule schwänzen für eine gute Sache? Mara Kuczyk und Anna Curio, Klasse 8/3 des Dr.-Carl-Hermann-Gymnasiums in Schönebeck haben ihre  Mitschüler und Lehrer dazu befragt.

Fridays for Future. Foto: Pixabay

Seit Wochen wächst die Bewegung Fridays for Future, die die 16-jährige Schülerin Greta Thunberg ins Leben gerufen hat. Sie stellte sich zunächst ganz allein vor das schwedische Parlament, um für den Klimaschutz und die Einhaltung der Klimaziele zu demonstrieren, statt in die Schule zu gehen. Inzwischen schließen sich immer mehr junge Menschen auf der ganzen Welt dieser Bewegung an und demonstrieren einmal in der Woche für den Klimaschutz.

Ihren vorläufigen Höhepunkt hatten die Fridays for Future Aktionen am letzten Freitag, den 15.03.19, mit Demonstrationen von Schülern und Studenten auf der ganzen Welt. In mehr als 120 Ländern, an über 2.000 Orten zogen über 1 Million junge Menschen vor die Parlamente und Regierungen, um aufzurütteln und zu mahnen: Wir sind die letzte Generation, die den Klimawandel noch verhindern kann. Wenn die Politiker nicht endlich tätig werden, kann die globale Klima-Krise nicht mehr abgewendet werden. Auch Wissenschaftler sehen dies so. In Deutschland haben sich beispielsweise 23.000 namhafte Wissenschaftler mit einer Stellungnahme den Forderungen der jungen Menschen angeschlossen und unterstützen die Demonstrationen.

Schule schwänzen für eine gute Sache? Uns als Gymnasiasten des Dr.-Carl-Hermann-Gymnasiums hat interessiert, was die Schönebecker Schüler und Lehrer davon halten. Deshalb haben wir unsere Mitschüler und Lehrer dazu befragt.
Emma (13 Jahre) findet die Grundidee der Demos gut, schließlich sei es wichtig, an die Zukunft zu denken, würde aber dafür nicht die Schule schwänzen. Für Dominik (18 Jahre) ist der Klimaschutz ein wichtiges Thema. Trotzdem würde er nicht während der Schulzeit demonstrieren. Er schlägt vor, die Demonstrationen am Nachmittag nach der Schule zu veranstalten. Herr Tschisgale (Sportlehrer) findet es prima, dass Schüler auf diese Weise ihre Meinung ausdrücken. „Wenn ich nicht Beamter wäre, würde ich auch teilnehmen“, sagt er uns. Er drückt auch seine Bewunderung für die Initiatorin Greta Thunberg aus, die es geschafft hat, so viele junge Menschen zu motivieren, sich für den Klimaschutz einzusetzen. Dafür habe sie auch den Nobelpreis verdient, wie bereits von schwedischen Politikern vorgeschlagen. Luisa (15 Jahre) hat erstmalig am letzten Freitag in Magdeburg an einer Demonstration teilgenommen. Das sei für sie eine ganz neue und interessante Erfahrung gewesen. So viele junge Leute, die für die gleiche Sache eintreten – das sei ein besonderes Gefühl. Durch die sozialen Medien sei sie auf die Problematik aufmerksam geworden und ins Nachdenken gekommen. „Ich möchte meinen Kindern nicht erklären müssen, was ein Schneemann ist“, meinte sie.

Nach unseren Interviews merkten wir deutlich, dass viele die Ziele und Absichten der Demonstranten verstehen. Ebenso unterstützten sie, dass junge Leute für die Zukunft auf die Straße gehen wollen. Umstritten war es jedoch, ob man dafür die Schulzeit schwänzen sollte, da die Demos am Freitagvormittag stattfinden. Entgegen unseren Erwartungen fänden es viele Schüler besser, nach der Schule zu demonstrieren. Schließlich ist auch die Bildung ein Teil unserer Zukunft. Andere wiederum vertraten die Meinung, dass die Aktion sonst nicht genug Aufmerksamkeit bekommen würde. Wer weiß, ob die Politiker davon Notiz genommen hätten, wenn die Demonstrationen am Nachmittag gewesen wären?

Wir finden es auf jeden Fall mutig, mit ungewöhnlichen Mitteln auf ein so wichtiges Thema aufmerksam zu machen. Es provoziert und rüttelt auf. Es regt uns an, darüber nachzudenken, was wir selbst für den Klimaschutz tun können. Unsere Interviews zeigten uns, dass es ein kontrovers diskutiertes Thema ist und dass es auch an unserer Schule unterschiedliche Meinungen dazu gibt. In einem Punkt waren sich jedoch alle einig: Der Klimaschutz ist wichtig, um uns eine lebenswerte Zukunft zu erhalten.

Mara Kuczyk und Anna Curio, Klasse 8/3 des Dr.-Carl-Hermann-Gymnasiums Schönebeck

Von Mara Kuczyk und Anna Curio
Klasse: 8/3
Dr.-Carl-Hermann-Gymnasium Schönebeck

Quellen: Twitter Fridays for Future Germany