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Stromschlag im Kopf

Florentine ist seit 5 Jahren an Epilepsie erkrankt. Ihre größte Sorge ist es, dass sie keinen Führerschein machen kann. Ihren ersten Anfall hat sie mit 15 Jahren in der Schule gehabt, doch an den genauen Ablauf kann sie sich nicht mehr erinnern. Als sie aufgewacht war, war sie im Krankenhaus. Sie wollte nach ihrem Krankenhausaufenthalt wochenlang nicht in die Schule, da sie Angst hatte, dass niemand mehr was mit ihr zu tun haben will und alle nur mit dem Finger auf sie zeigen und hinter ihrem Rücken tuscheln. Was genau geschah hat Florentine nur durch ihre Mitschüler und Mitschülerinnen erfahren.

Doch warum haben die Menschen so viel Angst davor?
Viele denken, dass Epilepsie ansteckend ist und wollen sich deswegen nicht mit Epileptikern treffen oder reden, viele Menschen haben Angst, dass sie, wenn jemand mal so ein Anfall hat, etwas falsch machen würden. Viele Eltern wollen nicht, dass ihre Kinder sich mit Kindern treffen die Epilepsie haben.
Dabei ist Epilepsie nicht ansteckend und Angst muss man vor Epileptikern nicht haben. Menschen mit Epilepsie fühlen sich dadurch eher ausgeschlossen, fühlen sich alleine und einsam.
Aber Menschen ohne Epilepsie müssen sich nicht vor einer Hilfestellung fürchten.
„Es ist gar nicht so schwer, viel kann man gar nicht falsch machen“, erklärt Florentine. Am wichtigsten ist, dass man die Gefahrengegenstände wegräumt und Ruhe bewahrt. „Wenn man mutig und ruhig genug ist, kann man auch auf die Uhr schauen und gucken, wie lange ein Anfall dauert. Aber wenn nicht, ist das auch nicht dramatisch.“
Seitdem bei Florentine Epilepsie diagnostiziert wurde, lebt sie mit Tabletten, morgens muss sie drei verschiedene Tabletten nehmen und abends nochmal drei.
Es gibt schon viele Tabletten die helfen, doch sie heilen diese Krankheit nicht, aber sie bewirken, dass man keine oder nicht mehr so viele Anfälle hat. Doch trotzdem können die Tabletten auch starke Nebenwirkungen haben. Florentine quält sich mit schlimmen Depressionen und starken Schlafstörungen sowie auch Kopf- und Bauchschmerzen und Schwindel. Eben das ganze Programm.
Florentine ist in Bielefeld in der Bethel Epilepsieklinik in Behandlung. Dort hat man ihr gesagt, dass immer weiter an der Epilepsie geforscht wird und wie man Menschen mit so einer Krankheit vielleicht ein anfallsfreies Leben ermöglichen kann. Mit Medikamenten oder durch Operationen können 70% aller Patienten und Patientinnen langfristig anfallsfrei eingestellt werden.
Epilepsie betrifft ca. 1% der ganzen Weltbevölkerung und gerade deswegen ist die Forschung an Epilepsie so wichtig. Als Epilepsie gelten mindestens 2 spontan aufgetretene Krampfanfälle, die nicht durch erkennbare Ursachen (wie Vergiftung oder akute Entzündung) hervorgerufen wurden. Der Anfall ist das Ergebnis einer Störung elektro- chemischer Vorgänge in den Nervenzellen des Gehirns. Es finden anfallsartige synchrone Entladungen von Neuronengruppen im Gehirn statt. Es gibt ca. 20 unterschiedliche Epilepsieformen, die in allen Altersstufen auftreten können. Auslöser für einen Epileptischen Anfall können zum Beispiel Schlafmangel, Lärm, Hyperventilation und vor allen Dingen Alkohol und Drogenkonsum sein.
Auch viele Berühmtheiten wie Caesar, Napoleon, van Gogh, und Dostojewski hatten Epilepsie.
Florentine macht sich Mut in dem sie sich sagt: „Wenn diese Berühmtheiten das schon geschafft haben, dann schaffe ich das auch.“
Ihr Lebensmotto heißt: Am Ende wird alles gut und wenn es nicht gut ist, dann ist es nicht das Ende.

Von Ludwig Pieper
Klasse: 8
Jeetzeschule in Salzwedel