Es wird bunt: Von Bauhaus, Street-Art und wichtigen Löchern

Redaktioneller Beitrag: 
Vier SchmaZ-Reporterinnen vom Albert-Einstein Gymnasium besuchen die Jugendkunstschule in Buckau und tauchen in die Welt der Street-Art ein.

Buckau l Kunst und alles, was man damit machen kann, darum dreht es sich in der Jugendkunstschule in der Thiemstraße in Buckau. Im Rahmen vom Schülerzeitungsprojekt SchmaZ haben drei Achtklässlerinnen des Einstein-Gymnasiums Magdeburg an einem Street-Art-Workshop teilgenommen.

Anne Hanke (13), Wiebke Hansen (14) und Celina Zimmermann (14) haben das Angebot des SchmaZ-Partners Stadtsparkasse Magdeburg angenommen und durften erfahren, was Bauhaus mit Graffiti zu tun hat und wie die sogenannte Stencil-Technik funktioniert. Am Ende des Tages gab es ein selbst gemachtes Graffito zum Mitnehmen.

Fassadenkunst ist in Magdeburg zu sehen

Die Kunstpädagoginnen Ulrike Gehle und Friedericke Bogunski führen die Jugendlichen an diesem Vormittag in die Welt der Street-Art ein. Langsam tasten sie sich an das Thema heran. „Wisst ihr, seit wann es Graffiti gibt?“, fragen sie in die Runde. „Seit den 1990ern?“, ertönt es leise aus den Reihen. „Eigentlich ging es ja schon mit den Höhlenmalereien los“, stellt ein anderer fest. Höhlenmalerei haben wir in Magdeburg nicht, aber ziemlich alte Fassadenkunst.

In der Otto-Richter-Straße im Stadtteil Sudenburg steht zum Beispiel das sogenannte „Blitzhaus“. Das Gebäude wurde 1921 nach einem Entwurf des Architekten Carl Krayl gestaltet. Der spektakuläre Fassadenanstrich im Bauhausstil ist immerhin schon fast 100 Jahre alt.

Nach der Theorie geht es an die Praxis. Friederike Bogunski verteilt A3-Blätter an die Schüler. Sie sollen Schablonen ausschneiden, mit denen sie später ihre eignen Graffiti sprühen können. Anne, Celina und Wiebke machen sich direkt an die Arbeit. Sie suchen per Smartphone im Internet nach passenden Motiven. Anna entscheidet sich für ein Einhorn, Wiebke zeichnet ein filigranes Ahornblatt und Celina versucht sich eher in abstrakter Kunst. Es wird gezeichnet, radiert, ausgeschnitten und mit Cuttermessern nachgearbeitet. „Achtet darauf, wir brauchen das Loch!“, erklärt die Seminarleiterin. „Schneidet die Schablonen nicht von außen ein und versucht möglichst großflächig auszuschneiden“ Vorsicht ist geboten, denn alles was ausgeschnitten ist, wird später farbig. Was weiß bleiben soll, darf nicht abgeschnitten werden. Mit den Tipps der Profis klappt es ganz gut.

Die Schüler schauen sich viele Bilder an und schlagen langsam die Brücke von der Fassadenmalerei hin zur modernen Street-Art. „Wo gibt es überall Streetart?“ Die Schüler wissen es: an Häuserwänden, in Skateparks und an Zügen. „Graffiti ist oft illegal“, sagt einer der Jugendlichen. In der Jugendkunstschule ist sprayen erlaubt. Bevor es damit losgeht, werden Vokabeln gelernt. Begriffe wie Bomben (eine Fläche illegal bemalen), Bubblestyle (Graffiti-Buchstaben, die aufgeblasen wirken), Tag (einfarbige Graffiti-Signatur) und Stencil (Sprühschablone) hören viele heute zum ersten Mal.

Graffiti zum Mitnehmen

Mit den fertigen Schablonen geht es raus an die frische Luft. Ulrike Gehle hilft den Mädchen, mit den Spraydosen umzugehen und gibt ihnen Tipps für die Gestaltung des Hintergrunds.

Mit Hilfe von Ästen und anderen Gegenständen verwandeln die drei weiße Blätter in bunte Bilder – Graffiti zum Mitnehmen, selbst gemacht und total legal. Die Schülerinnen nehmen aber nicht nur Graffiti mit nach Hause, sondern auch jede Menge Informationen, die sie als SchmaZ-Reporterinnen für eigene Artikel verwenden, die hier auf der SchmaZ-Webseite veröffentlicht werden.

Dieser Termin war ein Angebot des SchmaZ-Partners Stadtsparkasse Magdeburg.

Text: Juliane Thomas, Projektleitung SchmaZ & SchmaZ junior; Fotos: Juliane Thomas, Uli Lücke