Tierisches Taktgefühl

 

Nicht nur Menschen nehmen Musik wahr, Tiere können das auch. Ein Bericht von Miriam Schröder, Klasse 8b des Jahn-Gymnasiums Salzwedel.

Sieben Wochen alte Welpen hören zum ersten Mal eine Trompete – Foto: Miriam Schröder

Irgendwoher hört man ruhige Musik, plötzlich verändert sich etwas. Der eben noch ängstliche Hund entspannt sich etwas und spitzt die Ohren. Der Lärm von draußen stört vorerst nicht. Jedes Geräusch verursacht etwas – das ist nicht nur bei uns Menschen so. Wissenschaftler merken plötzlich, dass der Mensch nicht als einziger so etwas wie ein Taktgefühl hat. Faszinierend, oder?
Es ist allgemein bekannt: Tiere können einiges was wir nicht können und wir können einiges was Tiere nicht können. Welcher Mensch hat denn schon zum Beispiel das Gehör eines Hundes? Bestimmt keiner, denn während ein Hundeohr die Frequenzen von ca. 15-50000 Hz wahrnimmt, nimmt der Mensch „nur“ Frequenzen von ca. 20-20000 Hz deutlich wahr. Die Wahrnehmung ist aber von Mensch zu Mensch verschieden, Töne, die unter dem Wahrnehmungsbereich liegen werden entweder als unangenehmes Gefühl in der Magengegend spürbar oder verursachen ein Unwohlsein. Wie mag es erst Hunden gehen, die noch mehr Geräusche wahrnehmen? Wenn Tiere vor Geräuschen wie zum Beispiel Alltagsgeräuschen flüchten, weiß man sich manchmal nicht mehr zu helfen. Tiertrainerin und Verhaltensbiologin Gerda Mitter arbeitet mit solchen Hunden indem sie mithilfe von Hörtherapien an Problemgeräusche gewöhnt. Mittlerweile werden sogar besondere CDs für solche Zwecke konzipiert die Geräuschangst vermindern sollen. Im Allgemeinen helfe ruhige Musik beispielsweise beim Erlernen des Alleinbleibens, außerdem habe sie auch meist eine wissenschaftlich nachgewiesene, beruhigende Wirkung auf die Tiere. Dabei sei jedes Tier individuell und unterschiedlich, was das ganze interessant macht. Außerdem können einige Hunde Geräusche ausblenden, was durchaus positiv sein kann, wenn es den eigenen Musikgeschmack angeht. Dies ist nicht nur bei Hunden so, bestimmte Musikstücke haben zum Beispiel auch eine anziehende Wirkung auf Katzen. Es ist verblüffend, funktioniert aber wirklich. Allerdings gibt es Tiere, bei denen Musik eine stärkere Wirkung hat.
Da wären einige sprachbegabte Tiere, damit sind Tiere gemeint, die bestimmte Worte erlernen können. Dazu zählen unter anderem Papageien, eine Elefantenart und auch Kakadus. Vielleicht haben sie sie schon einmal gesehen, „Snowball“ (übersetzt Schneeball), eine Kakadudame mit einem im Tierreich seltenem Tanztalent. Neben Tanzschritten beherrscht sie das „Headbangen“ und passt diese dem Takt des jeweiligen Liedes an. Dabei bevorzugt sie die Backstreet Boys oder auch Michael Jackson. Auch die Seelöwin „Ronan“ wippt im Takt zu einem Lied mit und passt sich dem Takt an. Affen, Hunde oder Katzen hingegen scheinen in der Richtung nicht so aktiv zu sein, wahrscheinlich liegt es daran, dass sie normalerweise keine menschlichen Worte bilden. Oder ihnen fehlt einfach der „Rhythmus im Blut“.

Von Miriam Schröder
Klasse: 8b
Jahn-Gymnasium Salzwedel

 

Quellen:

  • http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/verhaltensforschung-papageien-koennen-tanzen-a-622254.html 07.03.19, 23:50
  • https://www.gutefrage.net/frage/ab-wieviel-hz-hoert-der-mensch 07.03.19, 23:51