Trainer mit Leidenschaft

Seit fast einem Jahr ist Maximilian Dentz Cheftrainer der 1.Herrenmannschaft von Germania Halberstadt, die in der Fußball Regionalliga Nordost spielt. Zeit, sich mit ihm über seine Tätigkeit, seine Wünsche und Ziele und natürlich über Fußball zu unterhalten. Ein Interview von Sandra Kunze, 8. Klasse des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums in Halberstadt.

Warum sind Sie Trainer geworden?
„Ich habe schon als Kind angefangen Fußball zu spielen. Mit 17 habe ich meinen ersten Profivertrag bekommen. Aufgrund von vier schweren Operationen konnte ich leider keinen Fußball mehr spielen und habe mir deshalb überlegt, diesen Sport dann wenigstens als Trainer weiter zu betreiben.“

Wieso hatten Sie die Operationen?
„Ich hatte im rechten Knie 3 Kreuzbandrisse und das rechte Sprunggelenk war gebrochen.“

Was bedeutet dieser Beruf für Sie und was macht Ihnen besonders Spaß daran?
„Fußball war von klein auf meine Leidenschaft und es ist das Schönste, wenn man sein Hobby zum Beruf machen kann. Mein ganzer Tag, mein ganzes Leben ist auf den Fußball ausgerichtet und das macht mich glücklich.“

Wie wird man Fußball-Trainer?
„Es gibt verschiedene Ausbildungsstufen, die man durchläuft. Es beginnt mit dem einfachen Übungsleiter, dann die C-Lizenz, B-Lizenz, Jugendlizenz, A-Lizenz und schließlich den Fußballlehrer. Die Ausbildung beinhaltet verschieden lange Lehrgänge in Praxis und Theorie und natürlich Prüfungen. Die Kosten der Lehrgänge werden im günstigsten Fall vom jeweiligen Verein übernommen.“

Wie kam es dazu, dass Sie den Trainerposten beim VfB Germania Halberstadt übernommen haben?
„Andreas Petersen kannte mich schon als Spieler und machte mich zu seinem Co-Trainer mit der Perspektive später den Trainerposten zu übernehmen. Mit meiner Arbeit als Co-Trainer und Video Analyst habe ich anscheinend den Verein überzeugt und als Andreas Petersen aus gesundheitlichen Gründen als Trainer aufgehört hat, bekam ich den Chef-Trainer Posten. Ich habe aber damals schon zur Bedingung gemacht, wenn ich diesen Job annehme, dann nur mit Andreas Petersen als sportlichen Leiter.“

Welcher Trainer hat Sie in ihrer Laufbahn besonders beeindruckt, oder haben Sie ein „Trainer-Vorbild“?
„Also am meisten beeindruckt hat mich Torsten Lieberknecht als mein Trainer bei Eintracht Braunschweig, aber ein richtiges Vorbild habe ich nicht.“

Wie sieht ein Trainingstag bei Ihnen aus?
„Es ist erst mal ein Arbeitstag, was schön ist. Wir Trainer treffen uns gegen 9.00 Uhr. Dann gucken wir uns gemeinsam unser letztes Spiel oder ein Spiel des kommenden Gegners zur Analyse an. Dann gibt es organisatorische Arbeit, wie Spielerangebote, Emails und so weiter. 14.00 Uhr ist dann Training mit der Mannschaft. Danach werden Spielergespräche und eventuell auch noch Interviews geführt.“

Haben die Spieler noch einen zweiten Beruf?
„Ja, aber das ist unterschiedlich. Wir haben Spieler, die schon eine Ausbildung gemacht haben, die arbeiten auf ihrem Gebiet zum Beispiel bei Sponsoren. Die anderen Spieler legen ihren Fokus noch auf eine Profilaufbahn und machen nebenbei Jobs. Wir haben keinen Spieler, der Vollzeit arbeiten geht.“

Haben Sie die Entscheidung getroffen, dass Benjamin Boltze Kapitän wird oder wollten die Spieler ihn als Kapitän?
„Das war meine Entscheidung, aber er war ja auch vorher schon Kapitän und ich hatte keinen Grund daran etwas zu ändern “

Gibt es einen Mannschaftsrat?
„Ja. Dieser besteht aus dem stellvertretenden Kapitän Philipp Blume sowie Hendrik Hofgärtner, Leon Heynke , Dennis Rothenstein und natürlich Benjamin Boltze.“

Was wollen Sie mit dem VfB Germania Halberstadt erreichen?
„Dieses Jahr sind wir ganz klar angetreten für das Ziel Klassenerhalt. Unser zweites Ziel, unser Traum, ist es ins Pokalfinale zu kommen. Wir haben uns auch kleinere Ziele gesetzt, zum Beispiel als Mannschaft zusammenzuwachsen und wettbewerbsfähig in der Liga zu sein. Des Weiteren wollen wir möglichst viele Punkte gegen starke Gegner holen und auch mal ein paar Spiele „zu Null“ spielen. Das Hauptziel Klassenerhalt wird sich aber nie ändern.“

Haben Sie noch persönliche Ziele als Trainer, zum Beispiel Bundesliga?
„Ich würde irgendwann gerne meinen Fußballlehrer machen. Mir ist es immer wichtig, dass ich Spieler entwickeln kann, dabei ist es mir egal ob in der Bundesliga oder in der Champions League oder ob ich die U15 Mannschaft eines Bundesligisten trainiere. Die Hauptsache für mich ist, dass ich diesen Beruf mein ganzes Leben lang ausüben kann.

Liebe Leser, ich hoffe mit diesem Interview habe ich Ihr Interesse für den Fußball geweckt. Wenn Sie möchten können Sie gerne mal bei einem Heimspiel im Friedensstadion vorbei schauen. Den Trainer und seine Mannschaft würde es auf jeden Fall freuen.

Von Sandra Kunze
Klasse: 8. Klasse
Käthe-Kollwitz-Gymnasium in Halberstadt

 

Quelle: Interview mit Maximilian Dentz – Trainer bei Germania Halberstadt