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Umoja ist ein Dorf im Norden von Kenia in Samburu County und bietet ein Raum nur für Frauen und Kinder. Durch die alten Traditionen und Lebensweisen der Samburu Stämme, wie zum Biepsiel weibliche Genitalverstümmelung, Zwangsheirat oder sexueller Missbrauch, suchten die afrikanischen Frauen nach Schutz und errichteten ein Dorf ohne Männer. Ein Artikel von Maily Nguyen.

Schon seit vielen Jahren leben die Frauen unter der patriarchalischen Herrschaft von Männern in den Samburu Stämmen. Obwohl es illegal ist, werden Genitalverstümmelungen an Frauen und Mädchen praktiziert. Es ist eines der wichtigsten Rituale unter den Samburus seit Generationen. Eltern verheiraten ihre Töchter, die oft noch junge Mädchen sind, an ältere Männer, die ihre Großväter sein könnten. Dabei bekommt die Familie der Tochter Mitgift, wie zum Beispiel Vieh, Geld oder andere Geschenke. Das Mädchen wird zum Besitz ihres Mannes und hat kaum Rechte und Freiheit.

Aus Swahili übersetzt bedeutet Umoja „Einheit“, das Dorf steht sozusagen für die Einheit der Frauen. Rebecca Lolosoli und andere Frauen bauten in den 1990er Jahren das Dorf, nachdem Rebecca von vier Männer geschlagen und gestohlen wurde und ihr Mann nichts unternommen hatte. Ein weiterer Grund für das Erbauen der Einrichtung, waren die Vergewaltigungen von britischen Soldaten und gemischtrassige Kinder wurden so geboren. Rebecca Lolosoli wurde zum Oberhaupt des Dorfes ernannt und kämpft seit dem aktiv für Frauenrechte. Frauen und Mädchen, die sexuellem Missbrauch, Zwangsheirat oder Gewalt zum Opfer fallen, fliehen nach Umoja und finden Schutz vor den Männern. Dort lernen sie die Lebensweisen des Dorfes. Ihnen wird das Kochen, Singen, Tanzen und das Bauen von Hütten, welches aus gewebten Zweigen und Kuhmist besteht, beigebracht. Das wichtigste ist das Herstellen von farbenfrohen Schmuck. Die Dorfbewohner sind vom Verkauf des Schmucks an Touristen abhängig. Außerdem wird ein Campingplatz für Safari Touristen von den älteren Dorfmitgliedern betrieben. Mit dem verdienten Geld wurde eine Schule errichtet, die auch von Kindern aus den benachbarten Dörfern besucht werden kann.

Wie im jeden anderen Dorf herrschen auch in Umoja Regeln, an die sich jeder halten muss. Das Dorf ist eine Einrichtung nur für Frauen und Mädchen, aber Söhne dürfen im Dorf leben bis sie 18 sind und die Frauen nicht dominieren. Um für Nachwuchs zu sorgen, ist es Frauen erlaubt Beziehungen mit Männern außerhalb des Dorfes zu führen. Aber sie müssen das Dorf verlassen, wenn sie heiraten wollen. Sie können dennoch jederzeit zurückkommen. Die wichtigste Regel ist, dass sich alle wohlfühlen und Spaß haben, denn dafür wurde der Ort geschaffen.

Die Anerkennung des Dorfes ist hauptsächlich Rebecca Lolosoli zu verdanken. Sie hat es geschafft dem Dorf und die Situation der Frauen in Samburu auf internationalem Wege Aufmerksamkeit zu geben. Einige Organisationen, wie die Nichtregierungsorganisation NGO, arbeiteten mit ihr zusammen. Schließlich bekam Rebecca Preise, wie den „Global Leadership Award“ in 2010, als Frauenrechtsaktivistin. Im Jahr 2011 traf sie sogar Hillary Clinton während dem „Women in the World“ Event in New York. Auch Barack Obama machte 2015 auf das Dorf Umoja aufmerksam nach seiner Reise in Kenia. Diese Ereignisse waren Inspiration, um ähnliche Dörfer wie Umoja zu errichten. Das Dorf Nachami liegt ebenfalls im Norden von Samburu County und entstand unter anderem durch Armut. Dort leben Männer und Frauen gleich mit gerechter Verteilung der Aufgaben und Arbeit innerhalb des Dorfes.

Trotz dessen werden über 80% der Mädchen in den Samburu Stämmen verstümmelt. Das Ziel der in Umoja lebenden Frauen ist es die alten Traditionen komplett abzuschaffen und den Frauen Rechte zu geben, um für die Gleichheit beider Geschlechter zu sorgen.

Von Maily Nguyen
Klasse: 9b
Gerhart-Hauptmann-Gymnasium Wernigerode

 

Quellen: