Von Holzresten zur Energie

,,8 LKW mit ungefähr 24 Tonnen Holzhackschnitzel kommen hier an manchen Tagen an“, erklärte uns Herr Pietsch. Er ist der Vertriebs- und Handelsmanager des Biomasseheizkraftwerkes in Magdeburg.

,,Außerdem ist das Holz, was hier verbrannt wird, Abfall, den keiner mehr haben will. Hauptsächlich bekommen wir das Holz von der Deutschen Bahn und von Truppenübungsplätzen. Im Durchschnitt kostet eine Tonne Holz rund 30 €, weshalb wir nur aus der Region beliefert werden“, erzählte uns Herr Pietsch, als wir an dem Laufband vorbeikamen, welches das Holz zum Ofen transportiert.

Nachdem jeder einen Blick in diesen Ofen werfen konnte, fuhr Herr Pietsch fort: ,,Hier wird das Holz verbrannt. Die heißen Abgase steigen nun in einen Turm mit Rohren auf. Diese Rohre enthalten Thermalöl, welches durch die 1.300°C heißen Gase auf 300° C erhitzt wird.“ „Außerdem“, sagte Herr Pietsch ,,werden die Abgase hier mit drei Filtern gereinigt, sodass sie danach nur noch 0,5 Milligramm Feinstaub enthalten.“

Wir folgten nun dem Weg des Thermalöls und sahen einen großen Container. Dieser beinhaltete die Asche des Holzes. Bergwerke unter anderem das Kaliwerk in Zielitz nutzen diese Asche für die Grubenstabilisierung. Danach zeigte uns Herr Pietsch die 2.000 PS starke Turbine, die nun den Strom mit Wasserdampf produziert. Dieser Wasserdampf entsteht, indem man Wasser mit Hilfe des Thermalöls erhitzt.

,,Diese Anlage nutzt etwa 30% der Energie, die wir vorne in Form von Holz reingeben. Ein paar Prozent werden auch zur Fernheizung genutzt, das heißt, wir schicken den Wasserdampf in 4 km Umkreis an Haushalte und Schulen. Außerdem gibt es eine Reserveheizung, die im Notfall alle versorgen könnte. Niemand würde bemerken, wenn es zu einem Ausfall kommt. Diese Heizung läuft mit Gas, deshalb können wir sie nur für den Notfall nutzen. Zudem läuft diese Anlage Montags bis Freitags von 8-18 Uhr mit zwei Leuten in der Zentrale und am Wochenende ist sie bis zu 72 Stunden lang unbeaufsichtigt. Dies ist auch die einzige Anlage in Deutschland, die so betrieben werden darf. Jetzt werde ich euch wieder rausbringen“, sagte er zu uns nach der Besichtigung der Zentrale.

Auf dem Weg nach draußen erzählte er uns noch, das diese Anlage schon ,,gebraucht“ sei. Sie stand mal in Tangermünde, wurde aber aufgrund von Geldproblemen des Inhabers nach Magdeburg verlegt. Außerdem gäbe es eine achtsprachige Waage, wegen der vielen ausländischen Speditionen. Diese Speditionen werden nur genutzt, weil sie den Transport des Holzes kostengünstiger bewerkstelligen können.

Nun gingen wir zum Eingangs- bzw. Ausgangstor und Herr Pietsch verabschiedete sich von uns. Ein interessanter und lehrreicher Vormittag war damit für uns beendet.

Von Paul Wienskowski, Klasse 8a. Europaschule Gymnasium Gommern