Von Pommern nach Deutschland

Meine Mama und ich haben überlegt, was ich für ein Artikel schreiben könnte. Plötzlich hatten wir die Idee, dass ich ja meine Uroma interviewen könnte. Sie stammt aus Pommern und hat einen beschwerlichen Weg hinter sich bringen müssen, ehe sie in Deutschland ankam.

Eric: Wo hast du deine Kindheit verbracht?
Oma: Ich bin 1926 in Pommern geboren. Der Ort heißt Schmalentien. Es ist ein kleiner Ort am Wald mit einem großen Stausee.

Eric: Wann und wieso bist du nach Deutschland gekommen?
Oma: 1946 im März war Krieg und unser Ort war ein Kampfgebiet. Wir mussten vor dem Krieg fliehen.

Eric: Wie bist du nach Deutschland gekommen?
Oma: Zuerst mussten wir ein paar Kilometer zum nächsten Bahnhof gehen. Dann wurden wir auf Güterzüge verteilt. Mit dem Zug sind wir nach Stettin gefahren. Von dort aus wurden wir auf ein englisches Schiff umgeladen. Mit dem Schiff sind wir bis Lübeck gefahren. Von dort aus wurden wir in Holstein auf ein Auffanglager verteilt.

Eric: Bist du alleine nach Deutschland gekommen?
Oma: Nein, meine Mutter, drei Geschwister, Uropa und ich. Mein Vater war nicht dabei, denn er war im Krieg.

Eric: Wie hast du Uropa kennengelernt?
Oma: Uropa hatte einen Armschuss und war in Kriegsgefangenschaft geraten. Zum Glück konnte er mit zwei Kameraden fliehen. Er hat sich im Dorf versteckt. Dort haben wir uns öfters gesehen.

Eric: Wie bist du nach Sachsen-Anhalt gekommen?
Oma: Uropas Schwester erfuhr, dass wir in Lübeck waren. Sie wollte Uropa holen. Ich musste mich entscheiden zwischen Familie und Uropa. Ich habe mich gegen die Familie entschieden und bin mit Uropa nach Lübeck gezogen. Dort wohnten wir 10 Jahre und haben uns dann entschieden, dass wir nach Halberstadt ziehen. Dort haben wir auch geheiratet. Hier leben jetzt unsere Kinder, Enkel und auch unsere Urenkel.

Von Eric Jonath, Klasse 4b, Grundschule „Goethe“, Halberstadt