Warum Gaststätten aussterben

Warum gibt es immer weniger Gaststätten? Die Schülerin Pia Meier ging der Ursache auf den Grund.

Ein freier Tisch in einer Gaststätte. Quelle: Pixabay/Rita E.

Gaststätten und Kneipen. Ein soziales Ballungszentrum für uns Menschen. Doch nun führen diese immer öfter Ruhetage ein, schließen das Mittagsgeschäft oder schließen sogar ganz. Warum ist dieser so wichtige Teil, das gemeinsame Essen und Trinken gehen, unseres Lebens vor dem Aussterben bedroht?

Es gibt viele Ursachen, weswegen Gastronomen es als immer schwieriger empfinden, dass Geschäft weiter zu führen. Seit den 90’er Jahren hat sich der Umsatz in Schankwirtschaften mehrmals halbiert und das liegt nicht immer nur an finanziellen Problemen. Große Konkurrenz stellen hierbei auf jeden Fall Vereine dar. Sie brauchen im Gegensatz zu den Gaststätten keine Gewerbegenehmigung. Somit können sie ohne dies in den örtlichen Dorfgemeinschaftshäusern Veranstaltungen durchführen. Es ist verständlich, dass dies von den Bürgern vorgezogen wird, als in Gasthäusern essen zu gehen.
Viele Menschen, wünschen sich ein Erlebnis in Gaststätten. Sie wollen etwas erleben und außergewöhnliches essen. Doch dies ist in unseren ländlichen Gastwirtschaften einfach nicht möglich. „Wir haben einfach unsere Art, Wir zu sein“, sagt zum Beispiel Simone Meier von der Gaststätte Feine Sache in der Nähe von Jeggeleben.

Kreative Erlebnis-Restaurants sind durchaus für Kunden aus der Stadt interessant, aber für Gaststätten in Dörfern ist die ländliche Wirtschaft einfach Tradition. Der wohl spürbarste Störfaktor ist der Personalmangel. Dies kann ebenfalls aus mehreren Gründen heraus entstehen. Als erstes sind natürlich die Arbeitszeiten für die meisten Leute ein großes Problem. Oft muss in der Woche und am Wochenende gearbeitet werden. Meistens haben die Leute schlicht und einfach keine Lust sich am verdienten Wochenende noch einmal auf zu raffen, um arbeiten zu gehen. Doch auch die allgemeine Landflucht reduziert das potenzielle Personal. Das mangelnde Interesse in Deutschland für diesen Beruf wird auch von 30% des Personals aus dem Ausland bewiesen.
Auch die Gäste sind Mitverursacher des gastronomischen Tiefgangs. Allgemein sind sie nicht mehr bereit viel Geld auszugeben, aber erwarten trotzdem ausgezeichnete Qualität. So funktioniert das Geschäft aber leider nicht. Das führt dazu, dass der Mindestlohn, der so schon in die Extreme geht, für Gastwirte fast unmöglich zu bezahlen ist. Die Gäste verkürzen ihren Aufenthalt und nehmen sich zu wenig Zeit für das Essen. Der soziale Punkt wird aber auch in vielerlei Hinsicht vom Fast Food und vom Catering-Trend zerstört.
Auch gesuchte Nachfolger verkleinern die Chance auf die Beständigkeit der Gastronomen. Natürlich wollen die jungen Leute groß hinaus und raus aus dem platten Land, doch an die Kommunikationspunkte in einer Gemeinschaft denkt niemand. Auch das Ausgehen an sich geht vollständig verloren, da das Internet und die Medien für uns die Informationsquellen sind. Da ist es nicht mehr nötig aus der Tür zu gehen.
Viele ältere Gäste beschweren sich auch über Dinge wie die Nutzung von mobilen Endgeräten oder das Rauchverbot. Diese „Störenfriede“ kann man aus verschiedenen Sichten betrachten. Wenn man die Sache mal genau betrachtet, sind diese nicht gerade gut für die Entwicklung der Kommunikation unter Menschen. Andererseits, kann eingerichtetes W-lan in Gaststätten aber auch potenzielle jüngere Kunden heranziehen. Das Rauchverbot war damals natürlich ein Schock für die allgemeine Gesellschaft. Sie trieb einen Keil zwischen Rauchern und Nicht-Rauchern in einer Veranstaltung. Aber einen Gesunden! Heute ist der Trend zum Rauchen deutlich gesunken und das Rauchverbot in Gaststätten selbstverständlich. Es wird immer Leute geben, die sich bei Feierlichkeiten kurz hinaus begeben müssen, um zu rauchen. Doch dies ist keine schlechte Sache zum Wohle der Gemeinschaft. Auch Bürokratie stellt für viele Wirte ein Problem dar. Hygieneschulung ist unter anderem ein sehr großer Zeitaufwand. Auch die ganzen Rechnungen und die Bürokratie im Hintergrund rauben kostbare Zeit.

Nun stellt sich natürlich die Frage, wie können wir unsere Gaststätten Wirtschaft wieder antreiben?
Steuern und Mindestlohn sollten erschwinglicher werden, um den Gastronomen eine leichtere Wirtschaft zu ermöglichen. Die Jugend sollte gefordert und gefördert werden. Das heißt auch: Eltern sollten ihren Kindern einen guten Umgang mit dem Ausgehen in Lokale vorleben. Denn nur so können sie es lernen soziale Punkte zu fördern. Wir sollten wieder lernen qualitativ gutes Essen wert zu schätzen und wir sollten uns überwinden das gute Geld dafür auszugeben. Wir sollten mehr auf uns und unser soziales Leben achten, denn darum geht es seit Anbeginn der Zeit beim Essen. Zeit mit seiner Familie und seinen Freunden zu verbringen. Aus dem Grund sollten wir zusammenhalten, um die aussterbende Art der ländlichen Gastronomie zu beschützen.

Von Pia Meier
Klasse: 8b
Jahn-Gymnasium Salzwedel

Quellen: Interviews mit Simone Meier, Ute Heinecke