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Als 2020 der erste Lockdown begann, war es für viele Menschen eine große Umstellung zu dem, was sie im Alltag gewohnt sind. Man wusste nicht, wie lange es gehen würde und was es für Auswirkungen haben wird. Ein Artikel von Lotte Bedlewski, Gerhart-Hauptmann-Gymnasium Wernigerode.

Auch für die Jugend war es eine große Umstellung zu dem, was wir kannten. Auf einmal wurde durch die Kontaktbeschränkungen ein Treffen mit zehn Personen auf ein Treffen mit einer Person reduziert. Man war nun auf sich allein gestellt. Wöchentlich kamen neue Schulaufgaben, Fragen konnte man nur über Mail stellen, auf deren Antwort man manchmal allerdings lange warten musste. Manche Aufgaben bekam man per Mail, andere wurden auf einer Online-Plattform hochgeladen, weshalb man nach gewisser Zeit den Überblick und irgendwann den Anschluss verlor. Für Einige blieb die Zeit stehen, da sich jeder Tag gleich anfühlte und man nicht wusste, wie es weiter geht. In den Nachrichten hörte man, wie die Infektionszahlen immer weiter Anstiegen und die Beschränkungen verstärkt wurden. In manchen Fächern war nun Corona das neue Thema, was die Lage nicht besser machte, weil man sich so noch mehr mit diesem Thema beschäftigen musste und es gab einem das Gefühl, dass Corona nun das Leben bestimmt.

Jugendweihen, Konfirmationen ,alles worauf man sich seit Jahren gefreut hat, wird von Monat zu Monat verschoben, was zu noch mehr Frustration führte. Als es auf den Sommer zuging, hatte man das Gefühl, es wird besser, die Beschränkungen wurden gelockert, Geschäfte öffneten wieder und auch die Schule ging wieder los, allerdings ging es nun in Gruppen zum Unterricht, um die Hygienemaßnahmen einhalten zu können. In den Ferien ging es in den Urlaub, man traf sich mit Freunden und es kam wieder ein kleines Stück Normalität und Hoffnung in den Alltag.

Als die Ferien vorbei waren, ging es wieder zur Schule, aber wieder mit der ganzen Klasse und ohne Gruppeneinteilungen. Doch die Infektionszahlen stiegen wieder an und als sich 2020 dem Ende beugte, wurden die Beschränkungen über die Weihnachtstage wieder verstärkt und die Weihnachtsferien wurden vorgezogen. Wer hätte gedacht, dass wir bis März im zweiten Lockdown sind? Im zweiten Lockdown gab es nun ein kleines Stück Struktur, zumindest was die Schule anging. Es gab nun in manchen Fächern regelmäßige Videokonferenzen, in denen man seine Fragen stellen konnte und eine Chance hatte, mehr von dem Stoff mitzubekommen.

Doch sonst änderte sich nicht viel, man durfte sich wieder nur mit einer Person treffen und auch die Geschäfte machten wieder zu. Aber irgendwann hielten sich Viele nicht mehr an diese Beschränkungen und man traf sich, mit wem man wollte, egal wie viele Personen dabei waren, was zählte war der Spaß und das Gefühl, wieder Zeit mit seinen Freunden verbringen zu können. Anfang März begannen die Schulen wieder zu öffnen und es ging wieder in Gruppen in die Schule. Dort wird uns nun erklärt, dass sich eine Kluft zwischen den guten und den schlechten Schülern bildet und dass man zu den Corona Verlieren gehört, wenn man einen Teil der Aufgaben nicht hat. Ist man denn ein Corona Verlierer, wenn man mal ein oder zwei Aufgaben nicht hat? Ist man nicht eher ein Corona Gewinner, wenn man diese Zeit überlebt?

Es wird so viel entschieden, was das Beste für die Jugend sein soll, doch wer fragt uns, ob es wirklich das Beste ist? Ist es richtig, Entscheidungen für uns zu treffen ohne sich zu fragen, wie es für uns wohl sein mag, uns ständig weitern Einschränkungen anpassen zu müssen?

Also, wer denkt wirklich an uns? Was ist mit uns?

Von Lotte Bedlewski
Klasse: 9b
Gerhart-Hauptmann-Gymnasium Wernigerode