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Seit nun mehr als einem Jahr hat Corona unser Leben auf den Kopf gestellt. Es verfolgt einen überall. Masken tragen, Abstand halten, Hände desinfizieren und Homeoffice sind Alltag für einen geworden, genauso wie die fehlenden sozialen Kontakte. So ist es nicht überraschend, dass das manchen recht stark zusetzt.

Jeder nimmt diese Situation anders wahr. Manch einer genießt die Corona-Zeit um sich den Dingen zuzuwenden, für die er vorher nie Zeit hatte, während es sich für jemand anderen anfühlt, als würde er jeden Tag das gleiche erleben wie in einem Zyklus, dem man nicht entkommen kann. Besonders Schüler leiden unter diesem Gefühl, gepaart mit konstantem Druck aufgrund der ganzen Aufgaben, die bis zu einer bestimmten Zeit abgegeben werden müssen. Oft führt dies zu Motivationslosigkeit und dem Hinterfragen, ob all das den Aufwand überhaupt noch wert ist. Aber Schüler sind natürlich nicht die einzigen, die leiden. Auch für Eltern, die zuhause im Homeoffice sitzen, während sie gleichzeitig auf ihre Kinder aufpassen müssen, ist diese Zeit der reinste Horror. Sie müssen ihre Arbeit erledigen, das Essen kochen, die Einkäufe erledigen, sich mit ihren Kindern beschäftigen -wenn diese noch ein bisschen jünger sind- und auch noch irgendwie Zeit für sich selbst finden. Sie können die Kleinen auch nicht mehr zu Oma und Opa bringen, denn man möchte kein Infektionsrisiko eingehen. Nach und nach wird der Geduldsfaden immer dünner und es kommt oft zu Streit zwischen den Eltern, zwischen den Kindern oder zwischen beiden Partien. Menschen die bereits alleine leben -ohne Partner, Tiere oder Kinder- isolieren sich häufig komplett von allen anderen, weil sie keine Kraft mehr haben auf Nachrichten zu antworten, geschweige denn Telefonate zu führen oder sich mit jemand anderem zu treffen. Vielen fällt es schwer sich um sich selbst zu kümmern, sobald sie in diesem Teufelskreis von: sich in Arbeit vergraben zu tagelang nicht aus dem aus dem Bett kommen, stecken bleiben. Bei manchen führt dies zu extremen Lebensmittelkonsum, was Gewichtszunahme auslöst, und bei anderen zum genauen Gegenteil, wenn man aufgrund der vielen Aufgaben vergisst zu essen oder einfach zu erschöpft ist, um abends noch aufzustehen und sich etwas zu machen. Auch ein typisches Phänomen ist exzessives Schlafen als Methode, um den Gedanken und Problemen des Tages zu entkommen.

Egal in welcher Weise, jeder hat sich während dieser Zeit verändert und auch wenn es bei manchen mehr, und bei manchen weniger auffällig ist. Deswegen ist es wichtig, immer ein bisschen nach seinen Freunden oder Familie zu gucken. Ebenfalls sollte man niemals die Gewichtszu- oder abnahme ansprechen, genauso wie den Zustand ihrer Haut oder andere äußere Aspekte. Menschen, die in dieser Zeit Depressionen entwickelt haben, hilft es nicht, wenn jemand ihnen sagt, dass ihnen die „paar Kilo weniger“ so viel besser stehen oder dass sie mal dies oder das Kosmetikprodukt ausprobieren sollten, um ihre Akne unter Kontrolle zu bekommen, denn letztendlich weiß man nie, was diesem Menschen in dieser Krise widerfahren ist und was er durchmachen musste.

 

Von Mina Rinke
Klasse: 9b
Gerhart-Hauptmann-Gymnasium Wernigerode