Wie es ist, blind zu sein

Blind Umrisse ertasten   Blindenpuzzle   Blind Mensch ärgere dich nicht spielen | Fotos: FS „H. E. Stötzner“

„Ich sehe was, was du nicht siehst!“ Ein beliebtes Spiel, welches in unserer Klasse sehr bekannt ist. Aber wie ist es, wirklich nichts sehen zu können? In vielen Unterrichtsstunden haben wir versucht, uns besser in blinde Menschen hineinzuversetzen und unsere Berührungsängste abzubauen. Wichtig war auch für uns zu überlegen, wie wir blinden Menschen im Alltag noch besser helfen können.

Mit der Post kam ein großer Koffer in unsere Schule. Der Inhalt – alles Dinge, die einem Blinden ermöglichen, am Alltag teilzunehmen. Spiele, wie Memory, Mensch ärgere dich nicht oder Uno, erlebt man viel intensiver und es hat uns allen Spaß gemacht. Mit einem Blindenstock und einer Augenbinde haben wir auch versucht, mit einem sehenden Guide als Hilfe, das Schulgelände zu erforschen. Wir haben es alle versucht. Wie schwer ist das denn? Unsere Hochachtung vor Blinden wuchs. Auch mit der Blindenschrift haben wir uns beschäftigt. Wir stanzten selbst kleine Bilder aus, die dann von unseren Mitschülern mit verbundenen Augen ertastet werden sollten. Auch bei unserem Besuch in der Redaktion der Volksstimme haben wir die Redakteure vor diese Aufgaben gestellt. Es hat allen Spaß gemacht. Aber viel wichtiger für uns war, auf einfühlsame Art und Weise einen Einblick in die Lebensweise blinder Menschen zu bekommen. Sie vollbringen jeden Tag Höchstleistungen, um sich im Alltag zurechtzufinden. Auch wir haben viel gelernt und wissen jetzt, dass sich in unserer Klasse jeder auf den anderen verlassen kann. Im Umgang mit behinderten Menschen sollte jeder achtsam sein und wir haben noch viel zu lernen. Vielleicht ja auch von Blinden. Unsere Klasse jedenfalls hat und wird es tun.

Von Silas Andreas, Frank Bergmann, Alexa Hübner & Niklas Richter, Klasse 6  Förderschule „H. E. Stötzner“, Güterglück