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Wie es uns Jugendlichen in der Corona-Pandemie geht

Von heute auf morgen selbstständiger als wir es wollten. In der Pubertät entwickelt man sich vom Kind zum Erwachsenen. Man sammelt Erfahrungen, mal gute, mal weniger gute. Eigentlich trifft man sich in dieser Zeit mit Freunden, vergleicht sich, konkurriert und verliebt sich zum ersten Mal. Aber es fühlt sich an, als wäre unser Leben eingeschlafen oder eingefroren. Nichts geht mehr. Wir Jugendlichen sind einfach nur gelangweilt, weil nichts mehr passiert. Dass wir nicht mehr oder nur manchmal zur Schule gehen, ist auch einfach nur noch nervig. Letztes Jahr, im ersten Lockdown, war die Schule allerdings sehr hart, es war ja alles sehr neu. Jetzt im zweiten Lockdown hat sich schon so etwas wie Gewohnheit eingestellt, aber trotzdem ist es nervig. Die meisten Eltern gehen arbeiten und wir müssen uns den Tag im Homeschooling selbst einteilen, das ist nicht so leicht, wie man sich das anfangs vorstellt. In der Schule testen wir uns zweimal wöchentlich vor Schulbeginn und trotzdem müssen wir den ganzen Tag Masken tragen. So verstehen uns die Lehrer noch weniger. Alles dreht sich nur noch um Werte und Zahlen und Verordnungen aus denen wir nicht immer schlau werden. Was genau dürfen wir und was ist untersagt? Uns fehlt außerdem die Planbarkeit, ob wir in den Ferien verreisen können oder ob Fahrten oder Lager möglich sind. Unsere Geburtstage haben wir uns sicher anders vorgestellt, nur mit der engsten Familie feiern, keine Party mit Freunden und das nun schon das zweite Jahr. Überall wird nur über den bezahlten Sport und Sport im Freien geredet, aber ich als Schwimmer bin seit über einem halben Jahr nicht mehr geschwommen. Die Schwimmbäder geschlossen, kein Training möglich. Alle Wettkämpfe einfach abgesagt. Kann sich irgendein Erwachsener vorstellen, wie große unsere seelische Belastung ist? Wir fühlen uns teilweise so, als würden wir nirgends mehr dazugehören, irgendwie einsam. In der Pubertät ist der direkte Kontakt mit Freunden und Mitschülern sehr wichtig, aber wir müssen immer zuhause bleiben. In den Medien wird nur noch über die aktuellen Corona Zahlen berichtet und über das Risiko, was von Kindern und Jugendlichen ausgeht. Zu oft wird über uns Jugendliche geredet, aber mit uns spricht keiner.

Von Timon Sellmann
Klasse: 8b
Käthe-Kollwitz-Gymnasiums Halberstadt