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Wir haben doch alle schon mal Geld verschwendet

Es kann schon mal vorkommen, dass man sein Geld in unnötige Dinge investiert oder sich etwas kauft, was man am Ende dann doch nicht braucht. Aber Geld verschwenden können nicht nur einzelne Personen, sondern auch Städte und Ortschaften. Ein Beispiel wäre Stuttgart in Baden-Württemberg, dort gibt es mehrere Fahrradgaragen, die aber kaum genutzt werden. Ende 2020 gab es bereits 3 dieser Anlagen, die insgesamt 662.000 Euro gekostet haben. Man kann diese Garagen täglich wöchentlich, monatlich oder jährlich buchen, der Umsatz dieser 3 Fahrradgaragen betrug Ende 2021 gerade mal 2340 Euro. Außerdem müssen zum Betreiben der Anlagen und des Buchungssystems auch noch mal jährlich mehr als 8000 Euro bezahlt werden. Zum Glück ist man vom Plan, weitere Fahrradcontainer im Westen von Stuttgart zu bauen abgewichen, dadurch konnte Steuergeld gespart werden, welches sonst für den Neubau der Container benutzt wurden wäre. Man hat im Februar 2021 stattdessen einen von 4 Radcontainern aus der Anlage im mittleren Schlossgarten entfernt und in die Hasenbergstraße im Westen von Stuttgart verschoben. Zukünftig sollen weitere, dafür aber kompaktere und niedrigere Fahrradcontainer in Wohngegenden aufgestellt werden, ob dadurch diese Container öfter benutzt werden und ob es sich am Ende lohnt, kann man jetzt noch nicht sagen. Ein weiteres Beispiel für die Verschwendung von Steuergeld wäre Eslohe in NRW, hier wurde im November 2021 eine schöne neue Fußgängerbrücke über die Essel gebaut. Diese Brücke ist 2 m breit und hat gerade mal 95.000 Euro gekostet. Aber was ist jetzt das Problem daran? Das Problem ist, 3 m weiter links steht eine weitere Brücke mit Fußweg.

Alte Straßenbrücke mit Fußweg links und neue Fußgängerbrücke 3m entfernt links.
Foto: Janine Bergendahl

Aber warum wurde dann eine neue Brücke gebaut? Ganz einfach, der Fußweg auf der alten Brücke ist nur 1,75 m breit und somit nur eingeschränkt Barriere frei. Deshalb hat man eine breitere Brücke gebraucht (oder so ähnlich) jedenfalls wurde eine neue Brücke, die 25 cm breiter ist, 3 m weiter rechts gebaut. Man hätte die alte Brücke natürlich auch breiter bauen können, aber das wäre anscheinend noch teurer gewesen. Somit hat die Stadt Eslohe jetzt zwei Brücken 3 m voneinander entfernt, die beide über denselben Fluss laufen. Jetzt kann man sich aber entscheiden, ob man über die „Luxus Brücke“ geht, die 5 Sekunden schneller ist oder über die alte Brücke mit Straße.

 

Von Michael Kabelitz

Klasse: 8b

Gerhart-Hauptmann-Gymnasium Wernigerode

 

Quellenangaben:

Fahrradgaragen ohne Fahrrad | Schwarzbuch

Übers Wasser oder überflüssig? | Schwarzbuch

Realer Irrsinn: Die doppelte Brücke in Eslohe | extra 3 | NDR – YouTube