Wir trinken und essen Plastik!

Ist das gesundheitsschädlich und wie kommt das Zustande? Was kann man dagegen tun? Katharina Nußeck aus der Klasse 8/2 des Albert-Einstein-Gymnasiums in Magdeburg klärt auf.

Plastik und seine negativen Folgen – Foto: Katharina Nußeck

Plastikmüll im Meer – darüber hat jeder schon etwas gehört. Der Plastikmüll kommt durch viele Wege dorthin. Verlorene Ladungen von Schiffen, illegale Müllabladung im Meer, der Wind verweht zum Beispiel Plastiktüten, die Entsorgung des Mülls im Fluss oder im Meer und, und ….

Jeder Deutsche produziert im Jahr rund 37,4 kg Plastikmüll und somit liegen wir über dem EU Durchschnitt. Nur 1% des Plastikmülls landet in den 5 großen Plastikstrudeln der Welt, in denen schon heute rund 140 Mio. Tonnen Plastikmüll herumschwimmen, alle anderen 99% verschwinden irgendwo im Meer, wo sie für Menschen unauffindbar sind und dort ihren Schaden anrichten. Vor allem für Meerestiere macht dieser Müll große Probleme. Viele Tiere verwechseln den Plastikmüll mit Nahrung und somit wird dann der Plastikmüll von den Tieren gefressen, was für sie tödlich ausgehen kann. Dadurch sterben nicht nur 100.000 Meerestiere jährlich, sondern der Plastikmüll kommt bei uns in Restteilen auf den Teller, wenn wir zum Beispiel Fisch essen. Denn diese kleinen Restplastikteilchen befanden sich vorher im Magen des Fisches. Das Problem an Plastikmüll ist, das dieser nie vollständig verrottet, sondern in immer kleinere Plastikteile zerfällt und letztendlich zu Mikroplastik wird, welches so einen kleinen Durchschnitt hat, welcher für uns Menschen nicht sichtbar ist.

Forscher haben in einem Liter Arktiseis 12.000 Mikroplastikteile gefunden. Ein weiteres Problem ist die Verbrennung von Plastik, denn dadurch können sich kleine Teile in Luft, Wasser und Boden ansammeln und gelangen somit im Grundwasser und schließlich dann in die Kläranlage, diese kann allerdings die viel zu kleinen Plastikteilchen nicht rausfiltern und somit landet dann dieses Plastikwasser in unserem Wasserglas. Welche gesundheitliche Folgen das Essen und Trinken von Plastik hat, wird von Forschern noch intensiv untersucht.

Es gibt viele Möglichkeiten Plastik einzusparen wie zum Beispiel Bioplastik oder PET-Flaschen-Pullis, aber sind diese auch wirklich besser für die Umwelt? Pullis aus PET-Flaschen sind nicht besser für die Umwelt, denn der sogenannte „Umweltfreundliche Pulli“ muss erst eine ganze Weltreise hinter sich bringen, bevor er dann bei uns im Laden liegt. Erst trinken wir die Flaschen aus und danach werden diese nach China zur Weiterverarbeitung geflogen und letztendlich wird der Pullover in unseren Laden nach Deutschland zurück geflogen. Wo wir ihn dann kaufen können und der Pulli am Ende seiner Lebenszeit wieder im Meer landet, wo die PET-Flaschen auch gelandet wären. Und somit kann der Pullover wie Plastikmüll auch nicht verrotten.
Der Aufdruck „100% recycelbar“ stimmt nur, wenn diese Tüte auch wirklich in der Gelben Tonne landet, wenn diese Tüten allerdings in der Umwelt landen, beginnt der „normale Verrottungsprozess“ wie bei allen anderen Plastiktüten. Die Tüte mit der Aufschrift „Grundwasserneutral“ ist genauso schädlich wie alle anderen Plastiktüten, genauso wie die mit dem Aufdruck „abbaubar“

 

WAS hilft also wirklich?

Hier ein paar Tipps:
1. Zum Einkaufen einfach mal einen Stoffbeutel oder Rucksack mitnehmen
2. Auf Einweg und To-Go Produkte verzichten (zum Beispiel Kaffeebecher, Plastikbecher usw.)
3. Den Müll richtig entsorgen
4. Beim Kauf von Kosmetik auf die Inhaltsstoffe achten
5. Verpackungen hinterfragen: Muss ich wirklich die Äpfel nehmen, welche in einer Tüte verpackt sind?
6. Kreativ werden und Plastikgegenstände in andere noch brauchbare Gegenstände umwandeln bzw. verbasteln
7. Müll richtig trennen!

Die weltweite Politik, aber auch jeder selbst hat die Aufgabe, Plastikmüll zu reduzieren!

 

Von Katharina Nußeck
Klasse: 8/2
Albert-Einstein-Gymnasium Magdeburg

 

Quellen:

  • https://www.betterplace.org/c/neues/plastik-plastik-%C3%BCberall-was-du-tun-kannst
  • https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-haushalt/wohnen/gefahren-fuer-die-umwelt-durch-plastik-7015
  • https://www.dw.com/de/ich-war-eine-flasche-china-produziert-pullis-aus-plastikabfall/a-2270578#
  • https://www.welt.de/wissenschaft/article176752980/EU-Verbot-Wie-schlimm-ist-Plastik-wirklich-fuer-die-Umwelt.html
  • https://www.careelite.de/muellstrudel-im-meer/
  • https://www.greenpeace.de/themen/endlager-umwelt/plastikmuell/10-tipps-fuer-weniger-plastik2. Unnötiges Plastik reduzieren