Zum Inhalt springen

Im Winter bewegen sich unglaubliche Farben über den arktischen Himmel und ziehen Besucher aus aller Welt in ihren Bann. An kaum einem Ort gibt es so viele Möglichkeiten, das Nordlicht zu erleben, wie in Nordnorwegen. Ein Artikel von Lucie Schmidt.

Von Ende September bis Anfang März gibt es in Nordnorwegen die besten Voraussetzungen die wundersamen Nordlichter zu sehen. Die tiefen Fjorde, vielen Inseln und hohen Bergen bieten dazu die perfekte Kulisse. Diese Region gilt nicht umsonst als eine der schönsten und interessantesten der Welt, um die Nordlichter zu bewundern.

Was ist das Nordlicht eigentlich?

Das Grundprinzip ist einfach zu erklären: Es entsteht durch ein Zusammenstoßen elektrisch geladener Teilchen der Sonne, die in die Erdatmosphäre gelangen. Diese Lichter werden auch als Aurora borealis bezeichnet und erscheinen nachts, wenn es richtig dunkel ist. Wenn sie erscheinen sieht es aus wie eine himmlische Ballett-Aufführung in einer grün-pink-violetten Farbpracht.

Es gibt natürlich keine 100%ige Garantie, wann das Nordlicht am Himmel zu sehen ist, es ist immerhin immer noch ein natürliches Phänomen, genau wie das Wetter. Während der Polarnacht in Norwegen ist die Chance sie zu sehen sehr hoch (20.November). An klaren Tagen erblickt man außerdem im Süden wunderschöne Sonnenuntergangsfarben und im Norden einen tiefen Blaustich. In der „blauen Stunde“ der Dämmerung ist die Landschaft in ein glasiges Tiefblau getaucht. Am ehesten kann man die Nordlichter beobachten, wenn das Wetter kalt und trocken ist.

Die Mythologie hinter dem Himmelsspektakel.

Nordlichter waren die Inspiration für einige der dramatischsten Geschichten der nordischen Mythologie. Die Wikinger feierten das Licht im Glauben, es sei eine frühe Erscheinungsform ihrer Götter. Andere nordische Völker fürchteten sie, erzählten von ihren Gefahren und entwickelten Aberglauben zum Schutz vor ihnen.

Odin war der Hauptgott und Regent von Asgard, verehrt von allen Wikingern. Sie glaubten, er lebe in Walhall, wo er sich auf Ragnarök vorbereite – eine Reihe von Ereignissen, die das Ende der Götter und den Beginn einer neuen Welt herbeiführen würden. Die Wikinger glaubten, die Nordlichter, die den Himmel erleuchteten, seien die Reflektionen der Rüstung der Walküren während sie die Krieger zu Odin brachten.

Im Kampf zu sterben, galt bei unseren nordischen Ahnen als Ehre, und viele ihrer Legenden erzählen von großen Schlachten und feiern die Krieger, die im Kampf starben.

In manchen heißt es, die Nordlichter waren der Atem der tapferen Soldaten, die im Gefecht ihr Leben ließen. In anderen Geschichten war die Aurora die „Bifröst Brücke“, ein leuchtender, pulsierender Bogen, der die gefallenen Krieger zu ihrer letzten Ruhestätte in Walhall wies.

Gefahr im Licht?

Die Sami glaubten, es handele sich bei den Nordlichtern um die Seelen der Verstorbenen, und daher sollte man auch nicht über sie reden. Es galt als gefährlich, unter ihnen zu stehen und sie mit Winken, Pfeifen oder Singen zu reizen, denn das würde die Aufmerksamkeit der Lichter auf einen richten. Waren sie auf einen aufmerksam geworden, konnten die Lichter nach unten greifen und einen hinauf in den Himmel tragen. Eine etwas düstere Variante meinte, die Lichter könnten nach unten greifen und einem den Kopf abschlagen! Bis heute, wenn die Nordlichter den Himmel erleuchten, bleiben viele Sámi im Haus, nur um sicherzugehen.

Es gibt also viele Glaubensrichtungen und Mythologien was die Nordlichter angeht sowie viele verschiedene altertümliche Bräuche wie sie mit den Nordlichtern umgehen und sie behandeln. Die Nordlichter sind in der Geschichte mit einer der ältesten Mythologien.

 

Von Lucie Schmidt
Klasse: 9b
Gerhart-Hauptmann-Gymnasium Wernigerode

 

 

Quellen: